Südamerika:



pH 6 - 7
18 - 23C
LW 500 µS
5.4.2002
Heute habe ich endlich vier sog. Schabrackenpanzerwelse Scleromystax barbatus gefunden und sofort gekauft. Es sind leider nur vier Weibchen gewesen, aber aufstocken wollte ich diesen Trupp sowieso, wenn es bloß nicht so selten welche zu finden gäbe...
Sie kamen in einem Wasser mit pH 5,5, weshalb ich sie erstmal - nach langer Eingewöhnung - in ein Becken mit Hemiloricaria spec. setzte, dem einzigen Becken hier mit diesem pH-Wert.
Letztendlich sollen sie aber in das Bachbecken mit der starken Strömung zu den Chaetostoma.

22.4.
Heute habe ich sie nach langer Eingewöhnung von drei Stunden umgesetzt und siehe da - sofort wühlen sie mit ihren Schnauzen durch den feinen Sand. Sie zeigen keinen Umsetzungsstress oder gar -schock.
Jetzt bin ich gespannt, wie sie mit der starken Strömung und mit den Chaetostoma klarkommen.
Sie kauen den Sand förmlich durch. Nachdem ich Rote Mückenlarven und Mysis (beides Tiefkühl) aufgetaut und ins Becken gegeben habe, wühlen sie trotzdem nach verwertbarem Futter im Sand und nehmen vereinzelt das von mir angebotene Futter an, wühlen aber weiter.

5.5.
Sie schwimmen tagaktiv im Becken umher und suchen öfter die heftigste Strömung auf. Sie sind wohl genährt, fressen also vom angebotenen Futter. Probleme mit den Chaetostoma scheint es nicht zu geben.
An einer Stelle der Rückwandscheibe gibt es jetzt schon zum zweiten Mal eine weiße Laichtraube, die ich zunächst einer mir unbekannten Schneckenart zugeschrieben habe. Inzwischen muß ich aber daran denken, dass diese Laichtraube vielleicht doch von den C. barbatus-Weibchen stammt. Sie schwimmen zumindest öfter genau an diese Stelle und machen etwas, das aussieht wie ein Aufsitzversuch.......
Die von mir verdächtigte Schnecke (unbekannte Art) sitzt seit Tagen unbeweglich auf dem Ansaugstutzen einer starken Strömungspumpe - sie ist vermutlich dort festgesaugt.
Es kann ja durchaus vorkommen, das laichreife Weibchen ohne Mithilfe eines Männchens ablaichen.

Inzwischen sind sie fast immer als Pulk unterwegs und laichen praktisch einmal pro Woche ab. Als Barbatus-Laie kann ich im Vergleich zur Literatur über sie keine äußerlichen Unterschiede erkennen was das Geschlecht betrifft, aber ich werde nun wohl doch mal ein Gelege in ein Zuchtbecken überführen.

12.5.
Heute habe ich eine kleine Laichtraube entfernt und in ein Extragefäß getan, zusammen mit Wasser aus dem Elternbecken, etwas Methylenblau und kräftiger Belüftung.

24.5.
Nach mehreren verschiedenen Versuchen in dieser Richtung muß ich mir wohl eingestehen, dass die vier Weibchen ohne ein Männchen ständig ablaichen - der Laich verdirbt nach spätestens einem Tag.

27.6.
Hitzewelle - die Welse sind etwas apathischer als sonst und liegen unbeweglich unter irgendeiner Pflanze im Sand. Es gibt nirgendwo in Berlin und Umgebung männliche C. barbatus - wenn ich schon mal ein Angebot sehe, sind es immer Weibchen...

7.9. Zwei von ihnen sind wg. der Hitze gestorben - ich denke es war die Hitze, und ich überlege, ob ich weiterhin diese Welse halten soll.

23.11.02
Durch Tausch gegen zehn meiner halbwüchsigen Hexenwelse bekam ich fünf kleine Scleromystax barbatus, wobei die Hoffnung steigt, dass ich darunter endlich mal beide Geschlechter habe.

9.3.03
Ich denke, ich traue meinen Augen nicht - unter einem flachen Flusskiesel kommt einer kleiner Scleromystax barbatus hervor, 1 cm lang und wohlgenährt! Ich glaube, ich habe inzwischen beide Geschlechter. :)
13.3.
Es sind mindestens fünf der Süßen!

23.11.
Die Hauptbeschäftigung dieser Welse ist offensichtlich Fressen und Laichen. Ständig sind die Scheiben irgendwo mit Eiern bepflastert.

Unter dem Strich gab es immer wieder auch Nachwuchs, der hochgekommen ist. Das Becken war knapp zwei Meter lang, hatte Sandboden mit vielen Flusskieseln und sehr starker Strömung. Nach zwei Jahren habe ich die komplette Gruppe abgegeben.

Klaus Dreymann