26.April 2003
Guten Tag,
ich bin über das www.drta-archiv.de auf ihre Hp gestoßen und hätte folgende Frage:
Als mein Ancistrus-Pärchen abgelaicht hat und "Papa Wels" seine Kleinen "entlassen" hat, habe ich 14 kleine Welse im Gesellschaftsbecken retten können und ins Aufzuchtsbecken versetzt. Das ganze hat einige Zeit wunderbar funktioniert.
Nach zwei Wochen bekamen die kleinen Welse alle einen aufgeblähten Bauch. Fressen und Verhalten sind normal.
Mein Fischhändler hat mir beim letzten Besuch erklärt, dass es sich hier um einen Genfehler durch Überzüchtung handelt. Eine Züchterin hatte das Problem auch und schickte - nachdem ihr das schon bei drei Nachzuchten passierte - einen kleinen Wels in ein Labor zum Untersuchen.
Die stellten fest, dass es sich um einen Genfehler handelt. Zuerst sind die Bäuche aufgetrieben, die Kleinen fressen, wachsen aber nicht mehr, dann fällt der Bauch ein und sie sind tot.
Die Werte vom Gesellschaftbecken und dem Aufzuchtsbecken sind identisch. Ich hatte das Aufzuchtsbecken mit Wasser des Gesellschaftsaquariums befüllt. Filter verwende ich einen Eheim professional Außenfilter, co2 Düngung habe ich noch nicht, ph Wert ist 7,5 Härtegrad ungef. 12, kein Nitrit im Becken und Wasserwechsel wöchentlich, das Becken ist gut bepflanzt. Des weiteren tummeln sich darinnen 6 kleine Hexenwelse, 2 Ancistrus, 30 Neon, ein kleiner Feuerschwanz und 5 Guppies; es hat 260 Liter.
Vielleicht können sie mir helfen, bzw. sagen, ob ich wirklich nichts unternehmen kann. Die Geschichte mit dem Genfehler ist nämlich über einen Freund einer Züchterin, von deren Bekannten,..... bis zum Händler gegangen.

Danke im voraus
Claudia.

Hm.....tut mir ja Leid, aber davon höre ich jetzt zum ersten Mal.:( Ich könnte das ja mal hier veröffentlichen wenn ich da einen genaueren Bericht von der Untersuchung resp. von dem Ergebnis hätte. Wäre das eventuell möglich?

Hallo,
Danke für die schnelle Antwort.
Die Untersuchungsergebnisse bekomme ich sicherlich nicht, da ja die Geschichte über zu viele Ecken gegangen ist. Mein Händler sagte mir, dass die aufgeblähten Bäuche bei den kleinen Welsen in letzter Zeit häufiger seien. Eben weil sie überzüchtet sind. Ich habe damals die Wels-Eltern von einer Zucht gekauft - vielleicht stimmt das ja wirklich. Das Weibchen habe ich jetzt ins kleine Becken gesetzt und werde mir noch ein anderes Weibchen von einem anderen Zchter besorgen. Vielleicht funktioniert es ja dann. Danke nochmals für ihre Antwort.

Viel sieht man ja nicht, aber eventuell können Sie die aufgetriebenen Bäuche erkennen:

Also das finde ich ja nun wieder normal....... Meine Winzlinge hier sehen auch so aus und zwar die von der selteneren Art Ancistrus schildpatt.......

Von der Seite betrachtet steht bei der soviel hervor, wie die Breite des ganzen Welses - wenn er am boden saugt, schaut es aus, als wenn er auf einer Wippe ist.

..........naja.......das hört sich schon doof an...:(

Betr.:Re: Brief v Claudia Hausmann Dicke Bäuche

1.Mai 2003 um 4:37:00:
Als Händler kommt es bei uns ab und zu vor, daß bei Nachzucht- Ancistrus ganze Becken mit diesem Problem befallen sind. Eine Überzüchtung schließen wir aus. Weil ja nicht jeder Kunde seine Ancistrus in der x ten Generation züchtet, sondern in der Regel ja immer wieder Paare oder Einzeltiere dazugekauft werden. Wir vermuten eher das es sich um ein Bakterielles Problem handelt. Eventuell ein Befall mit Pseudomonas oder Streptococcen laut Tierarzt Dr. Bloom.
Für weitere Infos wären auch wir dankbar. MFG. Jürgen Schönmetz

Re: Dicke Bäuche bei Ancistrus
1. Ma1 2003 um 11:37:00:
Hallo, Klaus D.,
Erste Versuche bei Ancistrus mit einer 1 wöchigen Fastenkur, ohne Algen und Wurzeln, bei 2 ca. 6-7cm großen Damen waren erfolgreich. Die Damen schwimmen heute nach ca. 6 Wochen noch ganz normal im Gesellschaftsbecken umher, ohne Anzeichen von dicken Bäuchen.
MFG. Jürgen Schönmetz

Henry Buchmann schrieb: (in der drta)
Ich hab immer die Erfahrung gemacht das Antennenwelse recht langsam wachsen.Wichtig ist es das du Holz im Aquarium hast sonst kümmern sie stark (brauchen Holz für die Verdauung )und bekommen dicke Bäuche, die regelrecht aufplatzen.

>>Ist das irgendwo belegt, dass die *deshalb* diese aufgedunsenen Bäuche kriegen?

Hallo Klaus
Ich hatte die jungen Ancistruse auf 7 Becken verteilt und stellte fest, dass in den Becken, in dem sich kein Holz befand, es teilweise zu aufgedunsenen Bäuchen kam und sie im Wachstum stark zurückblieben, wobei ich in den Becken mit Holz so etwas nicht feststellen konnte. Könnte auch an etwas anderen gelegen haben, aber die Vermutung liegt schon sehr nahe, dass den Jungtieren ohne Holz etwas zur Verdauung fehlt
Gruß Henry

16.10.07
Weiter zur Diskussion, übernommen aus dem Forum der Wels-HP von Uwe Dölling u.a.:

Hallo miteinander,
ich habe in letzter Zeit einige Test gemacht, da mir in der Anfangszeit auch viele Welse mit dicken, später aufplatzenden Bäuchen aufgefallen sind.
Für die Testreihe habe ich 4 Becken aufgestellt:
1- mit Holz, für Jungtiere, gleich nach dem freischwimmen
2- mit Laub, für Jungfische gleich nach dem Freischwimmen
3- mit Holz, für Jungfische, die nach 6 Wochen aus dem Becken mit den Elterntieren entnommen wurden
4- mit Laub, für Jungfische, die nach 6 Wochen aus dem Becken der Elterntiere entnommen wurden.
5. wurden ein Teil der Tiere bei den Eltern belassen
Sehr auffällig ist, dass die dicken Bäuche ausschließlich und sehr massiv bei den Jungtieren auftreten, die sofort nach dem Freischwimmen von den Elterntieren getrennt wurden und Holz zu fressen bekommen haben.
Ausfälle gab es auch bei Becken 2 mit Laub, aber in der Anfangszeit nur minimal. In allen anderen Becken konnte ich keine Probleme feststellen.
Einzig wuchsen die Tiere in Becken 4 zügiger als in Becken 3 und 5 heran und waren insgesamt kräftiger. Dicke Bäuche hatten diese Tiere nur nach der Fütterung (vornehmlich Gemüse, gelegentlich normale Futterflocken).
Man kann somit annehmen, dass die Elterntiere einen deutlichen Einfluß auf die Entwicklung der Verdauung bzw. Darmflora (Aufnahme von Darmbakterien der Eltern?) haben müssen.
Die anfänglichen, geringeren Sterberaten im Becken 2 liegen sicherlich daran, dass Laub etwas leichter verdaulich ist, als z.B. fasriges Holz.
Letztendlich sind fast alle Tiere, die in Becken 1 und 2 aufgezogen worden sind, verstorben. Die Tiere, die Laub bekommen hatten, lebten zwar etwas länger, aber schafften es nicht zur Geschlechtsreife und bekamen ebenfalls fast alle diese dicken Bäuche. Spätestens jedoch, wenn man sie in ein Becken mit Holz umgesetzt hat.
Ich vermute: Die in der Jugendzeit fehlenden Darmbakterien der Eltern, scheinen die Tiere auf Dauer zu schädigen.
Liest hier jemand mit, bei dem dieses Problem ebenfalls aufgetreten ist, nachdem die Brut von den Elterntieren (eventuell auch nur die Entfernung des brutpflegenden Männchens) getrennt wurde?
Ciao, Uwe

Ich habe gerade viel Welsbrut in einem Becken mit Eltern und Holz großgezogen und nichts bemerkt.... Du schreibst, "Letztendlich sind fast alle Tiere, die in Becken 1 und 2 aufgezogen worden sind, verstorben." Das würde doch bedeuten, dass alle normal aufgezogenen Jungtiere früh sterben würden. Aber Otto Normalverbraucher hält doch seine Antennenwelse im Gesellschaftsaquarium vermutlich immer mit Holz und Eltern.
Klaus
Die Tiere in den Becken 1 und 2 wurden sofort, und die in den Becken 3 und 4 nach 6 Wochen vom brutpflegenden Männchen separiert.