Ich finde den amerikanischen Namen Channel-Catfish angebrachter als die etwas "holprige deutsche Bezeichnung " Getüpfelter Gabelwels". Ohnehin ist dieser Wels nicht so bekannt ,aber doch eine Herausforderung für jeden versierten Katzenwelsfreund. Schwierig ist es nur ihn hier in Deutschland zu bekommen. Ich hatte das Glück im Juni dieses Jahres ein Tier vom Köllezoo Stuttgart zu erhalten. Mein Freund Wolfgang Ros hatte ihn mir dort reservieren lassen. Der Winzling war nur etwa 6 cm lang und ich befürchtete schon Probleme für die lange Autofahrt nach Hannover, wo ich wohne. Der freundliche Mitarbeiter des Marktes packte den Wels aber in eine riesige Plastiktüte und füllte sie mit Sauerstoff. So ging dann doch alles gut. Das Tier ist bis heute auf ca. 9cm gewachsen . Ich weis aber was auf mich zu kommt. Die Endlänge wird später einmal 70 cm oder länger sein. Da ich aber sowieso auch andere große Welse in großen Becken halte, bin ich das schon gewohnt. Für ein normales Gesellschaftsbecken ist der Fisch natürlich nichts. Er kann nur in Artenbecken gehalten werden. Eventuell ist der Gabelwels mit anderen Katzenwelsen oder größeren Fischen zu vergesellschaften. Im Moment schwimmt I.punctatus in einem 300-Literbecken.Er hat sich einem Schwarm Schilbe intermedius angeschlossen. Färbung und Beflossung ist etwas ähnlich ,aber keinesfalls gleich. So fühlt er sich ganz wohl.

Heimatlich kommt der Channel-Catfish aus den USA, wie alle Katzenwelse (Ictaluridae). Sein Vorkommen wird in der deutschen Literatur mit Rio Grande und den südwestlichen USA angegeben. Er ist aber heute viel weiterverbreitet. Letztlich ist der Catfish ein beliebter Sport-Angelwels oder wird zu Tausenden in Aquakulturen vermehrt und später als Speisefisch verzehrt. So ein Catfish-Snak schmeckt sehr lecker. Ich habe Katzenwelse auch schon einige Male mit meinen Verwandten in Kentucky geangelt. Natürlich wurden die Welse aber wieder von uns freigegeben.

Obwohl in der Fachliteratur abgedunkelte Becken empfohlen werden, schwimmt mein Fisch bei ganz normaler Beleuchtung in einem gut bepflanzten Aquarium . Höhlen und Verstecke muß man natürlich bieten Das Becken ist ohne Heizung. Die Temperatur ist bei 22. Ein großer Juwel-Jumbo hält das Wasser glasklar. Das Wasser wird alle 14 Tage um 30/40% gewechselt. Ictalurus punctatus frißt problemlos Großflocken und Futtertabletten. Auch gefrostete Mückenlarven werden genommen. Ganz gierig ist er aber, wie meine anderen Katzenwelse, (Ameiurus nebulosus) auch, wenn es frische Regenwürmer gibt. Verschiedene eingefrorene Fischfilets, natürlich zerkleinert, werden nicht verachtet. Es gibt neben der Wildfarbe eine Albinoform, die in den USA und U.K. gerne in Gartenteichen gehalten wird. Der Trend könnte auch einmal auf Deutschland zukommen. Die helle Farbvariante wird gerne genommen, weil man die Naturfarbe ja kaum in einem Teich wiederfinden kann.
Wer ausreichend große Aquarien besitzt, dem ist dieser Fisch zu empfehlen. In zu kleinen Becken kümmert er, darum sollte man sich den Kauf so eines Tieres wirklich gut überlegen.

Text und Bilder: Copyright Reinhold Wawrzynski