Der Grund warum ich das schreibe ist der, dass in allen Foren, in der drta, im Grünen Brett von Dennerle, immer wieder dieser " Hilferuf " erschallt:
"Hilfe - ich habe Schnecken!"

und nachdem ich immer wieder auf solche postings antworte, mir aber schlicht und ergreifend manchmal die Zeit,und vermehrt auch die Lust fehlt, jedem einzelnen immer und immer wieder das selbe zu schreiben, starte ich mal den Versuch, das in eine Form zu bringen, um das leidige Problem eben nicht immer wieder neu schreiben zu müssen!
Ich möchte schon darauf hinweisen, dass zu diesem Thema schon mehr als genug geschrieben worden ist, einiges ist unter www.drta.de im "Beitragsarchiv" zu finden, aber leider machen sich viele nicht die Mühe, sich durch weiterführende links durchzukämpfen.

Also,fang ich mal an:
Schnecken finden sich zwangsläufig in jedem neuen Becken ein, da man sich durch Wasserpflanzen, die man sich kauft, auch Schneckenlaich mit nach hause nimmt.
Es gibt viele verschiedene Arten von Schnecken:
Blasenschnecken, Posthörnchens, Turmdeckelschnecken (auch liebevoll nöppis genannt), Tellerschnecken, Apfelschnecken... Literatur darüber, Bilder von ihnen sind unter www.wirbellose.de zu sehen.
Über die Pflege der Schnecken, ihre Ansprüche schreib ich hier mal nichts. Die Leute, die Schnecken mögen, teilweise sogar Schneckenbecken haben, weil sie diese Tiere nett finden, denen brauch ICH ja nichts über die Nützlichkeit und Schönheit erzählen, die wissen das ja selber ;-)))

also:
Die mit den Pflanzen mitgekauften Schnecken überleben auch den, in jedem neuen Becken eintretenden Nitrit-Anstieg, die Hoffnung, dass die dadurch eingehen, kann man fallenlassen. Und auch in einem neueingerichteten Becken finden die Kleinen genug, um sich schon in den ersten Wochen des Einfahrens zu vermehren. Gerade nach dem Einsetzen der Pflanzen - durch die Umstellung bilden sich viele braune Blätter, die die Schnecken gerne fressen (die sonst im becken vergammeln würden).

- Zwei Schritte weiter:
- Becken hat den nitritpeak überstanden
- die ersten Fische sind da
- es wird brav gefüttert, die Fische schauen ja so hungrig
- und in kürzester Zeit kommt der erste "Hilferuf".

Gerade Anfängern fällt es oft schwer, die Futtermenge, die seine Fische brauchen, herauszufinden. Das was eben zu viel ist, fressen die Schnecken (was ja gut ist,sonst würde ja das übriggebliebene Futter vergammeln, und das Wasser belasten) und so kommt es eben dazu, dass die Schnecken, gut gefüttert auch genug Nachwuchs produzieren ;-)))

So.....jetzt sinds zuviele Schnecken (wobei das "zuviel" auch eine recht persönliche Sache ist)


Foto: M. Philipp-Bogg

Die ersten Fragen nach der Vernichtung der "Plagegeister" treten auf, werdmal kurz die gängigsten beantworten.

1. Gift:

Wirkt, keine Frage, aaaaaaaaaaaaaaber:
Macht aber nicht nur die Schnecken, sondern auch viele Fische tot, und auch die Bakterien, die für das gut funktionierende Aquarium wichtig sind. Zusätzlich belasten die toten Schnecken das Becken, was wiederum ohne gut funktionierende Bakkis zu einem mega-gau führen kann - in den meisten Fällen auch wird.

2. Schneckenfalle:

Gibts fertig zu kaufen, ist aber auch besten geeignet, kleine Fische anzulocken, besonders eben Bodenfische wie Welse, Schmerlen....; selbst mittelgrosse Ancistren können hinein, aber dann nicht mehr heraus. Wenn sie nicht am Schock sterben, dann ist spätestens das Bemühen, den Fisch aus der Falle zu befreien, mit unnötigem Stress für den Fisch und für den Aquarianer verbunden. Probier mal, eine Schneckenfalle unter Wasser so zu öffnen, dass dem Fisch sicher nix passiert. Glaub mir, die Finger fangen an zu zittern, und meist ist die "erbeutete" Menge an Schnecken den Stress nicht wert.

3.Kugelfische:

Fressen Schnecken, brauchen sie sogar, um ihre Zähnchen nicht verkümmern zu lassen, aber diese Fische sind nix für's Gesellschaftbecken. Meistens doch Brackwasserfische, und ausserdem muss ein ständiger Schneckenvorrat da sein. Was ist, wenn alle Schnecken aufgefressen sind?????? Hast du immer genug Schnecken für die Kugelfische???

4. Prachtschmerle:

Frisst Schnecken, sogar urgerne! Aaaaaaaaaaber:
Diese Tiere werden sehr sehr gross, sind sehr bewegungshungrig, und Schwarmfische, die sich nur in einer Gruppe wohlfühlen. Das heisst, ein sehr grosses Becken muss da sein, mit genug Platz für einige der über 20cm werdenden Tiere. Hast du das??? Nähere infos: www.schmerlen.de

5. Rent a fish:

Schon oft gehört....aber willst du wirklich Fischen zumuten, ständig umgesetzt zu werden? Ausserdem halte ich es für verantwortungslos, ein Lebewesen zum Problembeseitiger zu machen für was, was man selber verbockt hat.

So, das waren mal die Sachen, die Tipps, die man immer wieder empfohlen bekommt. Alle fünf sind nicht so super,wenn man so mal richtig drüber nachdenkt........ Dir muss mal bewusst werden, dass es alleine an dir liegt, ob die Schnecken überhand nehmen, oder ob's eine gleichbleibende, für dich passende Population bleibt. Auch schon mal überlegt, dass Schnecken auch urviele nützliche Eigenschaften haben? oder bis jetzt bloss geärgert, dass du welche hast?


Foto: M. Philipp-Bogg

- Sie fressen Algen, überzähliges Futter.
- Wenn ein Fisch unbemerkt stirbt, ist er bald zerlegt, und belastet nicht das Wasser.
- Abgestorbene Pflanzenblätter werden beseitigt.
Also helfen dir Schnecken, dass das Aquarium gut läuft, dass das Wasser nicht so leicht kippt. Ausserdem: nicht zu verachten ist auch, dass Schnecken sehr interessante, und auch hübsche Tiere sind.

ok....wir sind mal soweit,dass du schnecken in deinem becken zwar akzeptierst,aber es doch(wohl durch dich,deine fütterung) zu viele geworden sind. Man kann sie fangen. Das bedeutet, dass du sie nicht von heut auf morgen los haben wirst, ein bisschen Durchhaltevermögen beweisen musst,aber es geht....
Schnecken sind gefrässig, also sind sie leicht mit Futter zu ködern. wenn du viele welse hast,wirds etwas schwieriger,aber auch das geht:

1. Teller mit Futtertablette abends nach licht-aus ins Becken, morgens vor licht an, mit Schnecken rausholen.
2. Salat, Gurkenscheiben an der Oberfläche schwimmen lassen, dann mit Schnecken gespickt rausholen.
3. Einige Futtertabletten auf den Boden legen, nach einer Stunde, Fttertabletten mit vielen Schnecken absaugen.
4. Kartoffel mögen viele Fische nicht, Schnecken schon ;-))) also rohe, geschälte Kartoffel ab ins Becken,dann......wie oben.

Das geht mit jedem Gemüse, wer aber Welse hat, sollte lieber Gemüse wählen, das die Welse nicht so mögen, z.b bei mir Kartoffeln und Karotten (Mohrrüben), dem Einfallsreichtum ist keine Grenze gesetzt, probier mal aus, was dir am besten passt. Aber jede der Möglichkeiten muss konsequent einige Zeit durchgeführt werden, sonst geht's an der Sache vorbei.

So:
Jetzt sind Schnecken gefangen, was tun damit?
Es sind Lebewesen, oder? und haben es auch verdient, als solche behandelt zu werden.
Ins Klo, austrocknen, in den Mist....irgendwie nicht so gut.
Viele Fische mögen gerne Schnecken zerdrückt an der Scheibe. viele Kugelfischbesitzer, Schmerlenliebhaber suchen immer wieder Schnecken als Futter für ihre Tiere.
Ein Gurkenglas, Hornkraut rein und die Schnecken dazu.....
So kann man sie einige zeit "aufbewahren", in Foren posten, in der drta, Grünes Brett. Einige meiner "Fischlifreundschaften" sind so entstanden. Und zu jedem Fischlitreffen gehen Gläser mit Schnecken von einem (der zuviel hat), zum anderen (der welche sucht) - zumindestens hier in Wien funktioniert das blendend.

Das war jetzt mal so, was mir so auf die Schnelle eingefallen ist. War ja doch eine recht spontane Geschichte, eben zwischen Wasserwechseln, Schnecken fangen *ggg* ist das hier entstanden.
Ich erhebe auf keinen Fall den Anspruch auf Vollständigkeit. Es gibt sicher noch einige Methoden, die für ALLE Beteiligten akzeptabel sind. Ein bisschen nachdenken, überlegen wird wohl nicht schaden, und vielleicht dazu führen, Schnecken nicht mehr nur als Feinde zu sehen, sondern als Teil eines gut funktionierenden Beckens.


Foto: M. Philipp-Bogg

Und wer sich wieder mal über die vielen Schnecken ärgert: der braucht bloss das Futter weiter wegräumen.

......................................Marion