Welse Nachzucht Futter Besonderes Probleme Reste
Südamerika:
Rio Xingu und Rio Tocantins

28 ºC
Strömung
Weichwasser

Meine grossen wildfang ancistrus ranunculus sind jetzt ca 18 monate bei mir, haben nie probleme gemacht, und waren so unproblematisch, wie ich es von diesen kerlen nie erwartet hätte. sie sind im dezember in ihr neues, grösseres becken gezogen, und haben sich dort gleich ziemlich schnell eingewöhnt. alle 6 haben ihren stammplatz und sind oft zu sehen, wenn es futter gibt. nachdem das becken hinter meinem arbeitsplatz steht, sind sie lärm, bewegung, unruhe gewöhnt und sind eigentlich viel weniger schüchtern, als meine anderen ranuceln, die in einem anderen becken wohnen.

Zum Becken: 150x40x35 feiner sand, viele morkienhölzer, einige tonröhren(die aber nicht angenommen werden) temperatur ca 28 grad, weichwasser. bepflanzt nur mit freischwebenden anubias. dunkelbecken ca 12 stunden nur 15 watt mit arcadia lichteinheit in diesen 12 stunden zusätzlich ca 3 stunden mit einer röhre 36 watt. hmf mit zwei pumpen, wovon eine mit lochrohr viel sauerstoff einbringt. futter:verschiedene tabs und flocken, kein lebendfutter wegen planarien-vermeidung, manchmal artemia-frostfutter. es leben noch einige corydoras habrosus drinnen. einige hemiloricaria lanceolata(die aber bald rauskommen) einige pseudohemiodon cf. apithanos MARBLE die ich zur aufzucht übernommen habe, und die auch wieder rauskommen. klarerweise horden von turmdeckelschnecken und blasenschnecken, die wohl dafür verantwortlich sind, dass das wasser ohne osmose sehr weich ist.


heuer im frühjahr habe ich in diesem becken einen verlassenen laichballen gefunden. 8 eier, davon haben einige nicht mehr sehr gut ausgeschaut. die habe ich gleich in ein EHK mit bisschen sand als bodengrund und einigen TDS ins elternbecken gegeben, und war mal sehr gespannt, was "daraus" werden würde. ich war ja nichtmal sicher, von wem die eier sind, hatte ich doch zuerst die Pseudohemiodon cf. apithanos MARBLE in verdacht, die mit im selben becken wohnen.


nach zwei tagen veränderten sich die eier, wurden dunkler, und man sah dann schon bewegung und dunkle augen. kurz darauf sind 4 larven geschlüpft, minifische mit riesigem dottersack. eine larve ist gleich stunden später gestorben, war auch viel kleiner als die anderen drei. noch eine zweite ist am tag drauf gestorben, aber den verbliebenden ging es offensichtlich gut. schon am tag nach dem schlupf sind sie bei fütterung von cyclop-ezze an die wasseroberfläche gekommen, und haben trotz riesigem dottersack gefressen.


bisher dachte ich immer, dass die fütterung erst nach aufbrauchen des dottersackes notwendig wäre, aber bin eines besseren belehrt worden. ich habe dann noch ein kleines stück holz reingegeben, eine stückchen javafarn und mulm aus dem innenfilter hinter der matte. von steriler aufzucht halte ich persönlich nicht viel-auch wenn es viele so machen, ist das kein weg für mich. gefüttert habe ich 2 mal am tag entweder mit zerbröselten futtertabs oder mit cyclop-eeze. die ersten tage sind sie oft an der scheibe der EHK geklebt, meist sehr nahe der wasseroberfläche, um von dort die bröserln zu fressen. futterreste werden bei mir nicht abgesaugt-dienen den schnecken als futter.

der EHK wird mit lochrohr mit frischwasser (pumpe hinter der matte)versorgt, habe aber bei der fütterung immer kurz abgeschaltet, bis das futter gesunken ist, damit es nicht gleich vom EHK ins becken gespült wird.


inzwischen habe ich dann immer wieder einzelne eier/eiballen gefunden,die ich aber nicht geborgen habe,weil der urlaub ins haus stand,und ich meinem urlaubs-tier-wohnungsitter nicht zu viel arbeit und verantwortung aufbrummen wollte. dank arno haben die zwei meinen 3 wöchigen urlaub grossartig überstanden und sind in den drei wochen "riesig" geworden. ich war sehr erstaunt,wie schnell die kleinen wachsen,und auch wieviel die zwei kleinen fressen. erstaunlicherweise sind die jungfische mit winzigen pünktchen überzogen. lt.wels-mergus dürfte es sich um eine jugendfärbung handeln.


nach meinem urlaub fand ich wieder eier, teilweise leere eihüllen dazwischen. aus diesem gelege ist ein zwerg übergeblieben, der so wie die anderen zwei völlig unproblematisch zum aufziehen ist. sie sind jetzt zu dritt in einem grossen KDA kasten den ich in ein 50cm becken gehängt habe, fressen wie die scheunendrescher und sind gar nicht so schüchtern.

im elternbecken selber habe ich nie jungfische gefunden, obwohl sie jetzt schon so gross sein sollten, dass ich sie sehen müsste. ausserdem ist völlig unklar, warum die eier immer wieder irgendwo im becken rumliegen, warum sie der XY nicht bei sich in der höhle behält. ich habe schon viele arten von höhlen angboten, eckig, oval rund, offen hinten zu, aus ton, aus bambus schieferplatten...... allerdings verweigern alle die höhlen, platten und leben in natürlichen höhlen in den morkienhölzern, oder in den gruben, die sie unter den hölzern graben.

bedauerlicherweise habe ich nur ein sicheres XX in diesem becken, und die dürfte schon sehr alt sein. nach jeder eiablage ist sie tagelang weit oben nahe der wasseroberfläche auf einer wurzel, ist recht schreckgefärbt, und wirkt richtig ausgepowert.

vielleicht sind die hemiloricaria lanceolata die in dem selben becken leben, zu unruhig, kommen sie doch in jede ritze rein, und stören vielleicht den XY beim brüten? jedenfalls kommen die baldmal raus, ich werde ja sehen, ob das die ursache ist, dass keine gelege auf naürlichem wege durchkommen. ausserdem brauche ich platz ;-) bekomme ich doch bald einen grösseren trupp ranunceln-wiener wasser gewöhnt und fast auschliesslich damen. vielleicht kann ich dann mit mehr nachwüchsern aufwarten ..............


gestern habe ich wieder 11 eier gefunden. eher zufällig bei der fütterung,ohne dass das XX ihr übliches verhalten zeigte. die eier sehr "frisch" alle bis dato in ordnung, keine trüben, keine leeren dabei. ich werde versuchen, jeden tag einige fotos zu machen, um den verlauf der entwicklung zu dokumentieren. klarerweise hoffe ich sehr, dass aus diesen eiern 11 gesunde,starke ranuncelkinder werden.


von Marion Philipp-Bogg

Ein weiterer Bericht ├╝ber die Ancistrus ranunculus-Zucht

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