20.7.99

Mein Dealer rief mich an - er hätte drei große Sturisoma aureum erhalten....und sofort war ich da und habe sie mitgebracht, zwei Männchen und ein Weibchen offenbar. Sie sind im großen Südamerika-Becken und schwimmen wie die Hexenwelse kregel umher.
Ich berichte weiter........

Diese Störwelse sind fast handzahm, überhaupt nicht scheu, tagaktiv und es vergeht kaum ein Moment, in dem sie nicht mit ihrem Maul irgendwo irgendwas raspeln.

26.7.99
Ich will vier Wochen verreisen und hoffe nur, dass sich die Welse mit den regelmässig gegebenen Pflanzenfuttertabletten und der geschälten Kartoffel zufriedengeben.
Nach vier Wochen Abwesenheit muß ich feststellen, daß die Sturisoma offenbar ziemlich anspruchsvoll in puncto Futter sind - sie fressen alles das, was auch die anderen Welse fressen und erdrängeln sich ihren Anteil - trotzdem habe ich den Verlust beider Weibchen zu beklagen.

März 2000

Inzwischen haben ich das übriggebliebene Männchen umgesetzt und zwar in ein artspezifischeres Becken mit Algenbewuchs und Farlowella und Hemiloricaria.

März 2001
Durch eine Zeitungsannonce wurden sechs kleine Sturisoma aureum angeboten für 10,-- das Exemplar und ich konnte nicht widerstehen.
Die Kleinen sind in etwa so groß wie mein ältester Farlowella-Nachwuchs, also ca. 8 cm. Alle sechs sitzen erstmal in Quarantäne und ich probiere eine Fütterung mit Tiefkühlspinat (der sich ja bei den Farlowellas hervorragend bewährt hat), Spirulina-Tabs und Mysis. Einer hat allerdings einen konkaven Bauch - hoffentlich bedeutet das nichts schlimmes....

Der ohne Bauch ist dann doch am nächsten Tag gestorben.
Ich habe die restlichen vier in das Becken mit dem Farlowella-Nachwuchs umgesetzt und sie scheinen sich dort wohlzufühlen.

Dezember 2001
Letztendlich haben nur zwei von ihnen überlebt - nach meinen bisherigen Erfahrungen sind die kleinen Sturisoma offensichtlich ziemlich empfindlich und ich weiß nicht mal, woran sie nun gestorben sind.
Die zwei Überlebenden machen sich aber gut.

17.2.02
Es ist ein Paar! Heute entdecke ich ihn auf einem Gelege sitzend, fächelnd.:-) Ich hatte wieder mal nicht damit gerechnet, dass sie schon geschlechtsreif sind, und dazu noch dieser Zufall, dass ich bei zwei Exemplaren beide Geschlechter habe.
Jetzt muss ich mich schnellstens sachkundig machen, was nun die spezielle Aufzucht von Sturisomas betrifft.

Das Gelege befindet sich bei 26°C und 1000 µS im Strahl eines Diffusors auf einem Riesenvallisnerienblatt, wo es vom Männchen befächelt und belutscht wird. Wenn es Futter gibt bewegt er sich aber schon mal für ein paar Minuten von seinem Gelege weg.

20.2.
Sicherheitshalber habe ich das Vallisnerienblatt mit dem Laich jetzt in ein kleines Zuchtbecken umgesetzt, in dem sich auch seit heute zwei Wochen alte Corydoras gossei sitzen. Beim Umsetzen schlüpften schon ein paar Sturisoma-Larven leider im Elternbecken und auch im Zuchtbecken sind inzwischen zwei/drei Larven geschlüpft. Sie sehen auf den ersten Blick wie frisch geschlüpfte Farlowella-Larven aus und Verhalten sich auch so. Ich werde die Aufzucht genau wie die inzwischen bewährte Aufzucht der Farlowellas angehen.

22.2.
Inzwischen sind alle geschlüpft und hängen in der Strömung an den Scheiben.

Fotos: Petra Bischoff

11.3.

Keine der Larven hat überlebt, die Farlowella-Methode klappt also leider nicht.
Es sind aber schon wieder neue Eier auf einem Blatt mit Vatern darüber. Ich habe jetzt ein separates Kleinstbecken (mein Fotobecken) nur für diesen nächsten Aufzuchtversuch eingerichtet - diesmal mit allen möglichen Futtersorten, u.a. meinen beschmierten Steinen.
13.4.
Irgendwoher habe ich den Tipp gekriegt, dass die Sturisomalarven noch nicht imstande sind, die von uns angebotene Nahrung zu verdauen. Sie brauchen dazu den Kot der Alttiere und die darin befindlichen Enzyme oder Mulm aus alten Filtermatten. Entdeckt und beschrieben wurde das über Sturisomalarven, die im Filtermulm überlebt hatten. Ein Armin Kalter hat dieses beschrieben und er schlägt auch Infusorienaufgüsse mit getrockneten Bananenschalen vor, was ich gleich mal probiert habe - Fehlschlag, die Innenseiten des Becken haben sich mit Schleim zugesetzt und die Larven haben nicht überlebt.
Vielleicht setze ich die Eltern in ein altes, vermulmtes Zuchtbecken und lasse sie mit ihrer Brut dort.

Nach mehreren erfolglosen Versuchen habe ich im Moment zumindest eine Sturisoma-Larve am Leben erhalten können, die ihre Größe verdreifacht hat - die nachfolgende Brut ist auch schon wieder geschlüpft. Alle sitzen jetzt in meinem Fotobecken, das ich mit vermodernden Pflanzen vollgestopft hatte. Da das Becken so voll, also auch unübersichtlich ist, kann ich natürlich nicht so genau überwachen, was mit den Larven passiert. Ich will natürlich versuchen, zukünftig alle Larven einer Brut großzukriegen, aber dazu muss ich mir wohl noch ein paar weitere Methoden einfallen lassen.

Klaus Dreymann

Fortsetzung: Wie es dann doch geklappt hat