Mal ein kleiner Erfahrungsbericht zu Corydoras nattereri - dem blauen Panzerwels

Diese Welse wollte ich schon als kleines Kind haben. Im Januar 2005 sah ich beim Futterkauf 4 Stück beim Händler - bis dahin hatte ich sie noch nie im Handel gesehen. Sofort wurden alle Becken gefilzt und siehe da - noch 3 Exemplare in einem anderen Becken. Alle etwa 3-4cm groß.

Sie wurden mir 3 Tage zurückgehalten und ich richtete ein 54l-Becken als Artenbecken ein - Feinstsand (selbst ausgebuddelt, aus 2m Tiefe - Berlin ist ein Sandhaufen :), sehr dicht bepflanzt mit Javamoos und Javafarn zum Verstecken und schnellwachsenden Pflanzen gegen Algen. Wasser: 50% vom Wasserwechsel eines anderen Beckens, das über Torf gefiltert wurde - 50% Leitungswasser.

Wasserwerte waren in etwa GH 12 KH 8 pH 7 - NO2 und NO3 n.n. Keine Heizung im Becken, etwa 18-22 C

Corydoras nattereri gehört zu den Welsen. die sich bei kälteren Temperaturen wohlfühlen. Im Sommer war es nicht wärmer als 24C, momentan sind es um die 18. Im Winter werde ich einen Heizer ins Becken hängen damit es nicht kälter als 15 wird. Es folgten vorbeugende Wasserwechsel gegen den Nitritpeak: 50% alle 2 Tage.

Etwas später habe ich in einem anderen Laden einen einzelnen c. nattereri aufgetrieben, da ist ein Schwung beim Großhändler, mal schauen wie lange das anhält. Die Welse sind eigentlich sehr unscheinbar, einen grün/blau-Schimmer sehe ich nur selten.

Meine Welse sind extrem scheu. Die ersten Wochen und Monate habe ich sie kaum gesehen, alle 8 zusammen nur mitten in der Nacht bei Überraschungs-Inspektionen.

Sie fressen auch sehr wenig, auch Lebendfutter wird nicht sofort oder gar komplett verschlungen. Als Futter erhalten sie lebende rote/weisse/schwarze Mückenlarven 15%, Tubifex 20%, Frostfutter 60%, Welstabletten 5%. Schwarze Mückenlarven habe ich nach einiger Zeit aufgegeben - sie sind einfach nicht interessiert und zu scheu -> bis sie kommen hängen die schwarzen an der Oberfläche und kurze Zeit später ist das Zimmer voller Mücken.

Im Juni richtete ich ein 112l-Becken ähnlich wie das bisherige ein und begann kurz danach mit kalten 30% (Leitungs)wasserwechseln im alten Becken. Eines Abends fand ich ca. 20 einzelne Eier im Javamoos. Am Tag darauf setzte ich die Welse (es waren alle 8 da, das hab ich aber erst beim Rausfischen festgestellt :) ins neue Becken.
Von den 20, so sie denn geschlüpft sind habe ich leider keinen zu Gesicht bekommen. Das Becken steht noch, ohne Besatz, sie müssten jetzt 2cm groß sein, ich glaube nicht, dass es einer geschafft hat.

Das neue Becken wird von Zeit zu Zeit öfter mal über Torf gefiltert, die Wasserwerte sind in etwa GH 8, KH 4, pH 6.6, NO2 n.n. NO3 5 mg

Gleich nach dem Umsetzen laichten sie ins Javamoos, wieder 15-20 Eier, die ich im Becken gelassen habe. Seitdem sie im 112er-Becken sind laichen sie alle paar Wochen, unabhängig vom Wasserwechsel, immer so 10-20 Eier. Fadenalgen werden äußerst gern als dazu genommen, sonst finde ich die Eier nur im Javamoos, nie z.B an den Scheiben. Ich lasse die Eier immer im Becken, die 8 Welse sind der einzige Besatz und das Javamoos ist groß genug.

Im Oktober konnte ich sechs 1,5cm große Welse abgeben, beim Rausfischen habe ich schon zwei weitere 5mm-Welse gesehen und abgelaicht haben die Alten auch schon wieder. Die Nachzuchten sind klein für ihr Alter, sie standen nie im Futter, sondern mußten sich verstecken und drum kämpfen. Ab 1cm trauen sie sich bei der Futtersuche unter die Barteln der Alten, die scheinen aber sehr familiär zu sein (dickere und größere lebende rote Mückenlarven fressen sie). Vielleicht sind auch die niedrigen Temperaturen ein Grund für das langsame Wachstum.

Mittlerweile sind die alten Welse zwischen 4 und 5cm groß, ich kann M und W gut unterscheiden, die W sind eindeutig fülliger, ich bin gespannt, ob sie es auf 7-8cm schaffen, wie ihre paleatus-Vettern im Becken nebenan, das wird sicherlich noch ein paar Jahre dauern.

Achja, das Geschlechterverhältnis ist 5M:3W, da hab ich Glück gehabt beim Kauf.

Gruß Peter