Ein freundlicher HP-Leser
(Stefan Thiele) hat mich benachrichtigt:
Es soll einen kleinen
Chaca in einem Baumarktzoo außerhalb Berlins geben.......
Ein kleiner Chaca - ich versuche mir das vorzustellen.
Ich weiß nicht, ob ich einen zweiten Versuch machen sollte, andererseits ist
ein Chaca auf jeden Fall ein faszinierendes Tier! Und ich habe eigentlich im Moment
gar keinen Platz frei......
Mittags um zwölf habe ich ihn gekauft!
Ich wußte gar nicht, dass das Kindchenschema auch bei solchen Sonderlingen
der Tierwelt vorkommt (und auf mich wirkt!).
Dieser neue Chaca ist wirklich winzig klein - ein Viertel nur von der Menge des
ersten ungefähr.
Er kam hier an mit pH=8 und dem üblichen Berliner LW über 1200. Ich habe
den kleinen Wels drei/vier Stunden lang eingewöhnt an pH=7 und LW 800 µS.
Ich kann noch nicht sagen, ob es ein Chaca chaca oder ein C. bakanensis ist, die
Färbung ist noch etwas vom Umsetzungsstress bestimmt und ich weiß auch
nicht, ob er in dieser Größe schon die endgültige Färbung/Zeichnung
hat.
Er sitzt jetzt erstmal in einem kleinen Extrabecken und hat Gesellschaft von drei
Guppyweibchen :-)
Im Laden wollten sie mir erzählen, dass er sich von weißen Mückenlarven
und Tabletten ernährt, naja...
25.5.
Er liegt versteckt im Sand und nur die Spitzen von Schwanz- und Rückenflosse
sind zu sehen, wahrscheinlich auch die Fäden links und rechts der Maulspalte,
weil die Guppyweibchen ständig an diesen für sie offenbar sehr interessanten
Stellen im Sand herumzupfen und dann aber blitzschnell einen Zurückzieher machen.
27.5.
Morgens früh sehe ich, dass er wieder zwei ausgewachsene Guppyweibchen gefressen
hat. Er ist also mobil und läßt sich auch durch die Flossenzupfereien
nicht irritieren.
4.6.
Von den zehn Guppies sind jetzt nur noch fünf vorhanden - dem kleinen Chaca
scheint es gut zu gehen. 20.7.
Ein Problem stellt ja immer die Ferienfütterung dar:
Ich wollte drei Wochen verreisen. Der Chaca hatte genügend Guppies mit ihrer
Brut zur Verfügung - dachte ich. Als ich nach den drei Wochen wiederkam, war
das Becken ratzekahl leergefressen! Ich setzte dann schnell zwei weitere Guppieweibchen
hinein und als ich mich kurz umdrehte hörte ich es laut platschen und eins
der Weibchen war verschwunden. Da schien der Kleine wohl doch einen knurrenden Magen
gehabt zu haben......
Heute lag er mal kurzzeitig auf dem Sand und lies sich bewundern. Ich habe das Gefühl,
dass er ein Stück gewachsen ist. Die Farbe meines Originalchacas - dieses sandgelb
- hat er aber definitiv nicht. Er ist eher grau mit dunklen Marmorierungen im hinteren
Teil des Körpers bis zur Schwanzspitze.
Wenn er hungrig ist und ein neuer Beutefisch wird von mir ins Becken gesetzt, dann
sieht man wie er förmlich kurz davor ist, seinen Tarn- und Deckungstrieb aufzugeben:
Er zittert aufgeregt mit dem Maul und versucht sich unmerklich in Richtung Beute
zu schieben. Er haut dann auch schon mal aus Überreaktion aus zu großer
Entfernung zu, als ob er es nicht erwarten kann und verscheucht damit natürlich
jegliche potenzielle Beute für die nächste halbe Stunde.
21.9. Beinahe GAU:
Als ich heute in den Keller kam sah ich durch Zufall, dass die drei FGs (Futterguppies),
die ich vor zwei Stunden in das Chaca-Becken gesetzt hatte, tot dicht über
dem Sandboden im Strom der Strömungspumpe herumdümpelten! Schreck - ich
dachte erst, der Chaca - so klein wie er noch ist - hat jetzt endlich mal gezeigt,
was er chemisch so drauf hat und die Guppies sind daran zugrunde gegangen........
Aber als ich das pH-Meter holte fiel mein Blick zufällig (?) auf das Thermometer:
42° C !!! AU WEIA!!!! Da ist ein Heizkörper drinnen, der keinen Thermostat
hat - ich hatte den nur mal kurz vorgestern oder so eingeschaltet und vergessen,
ihn wieder rauszustöpseln :-((((( Ich Idiot!!! Der Chaca kuckte vorne etwas
aus dem Sand und atmete etwas schneller als sonst, die große Apfelschnecke
schien völlig ungerührt und der Segelkärpfling sowieso..... So schnell
habe ich noch nie im Leben mit kaltem Wasser direkt aus der Leitung Wasserwechsel
gemacht, ich schwöre !!!
7.10.
Eines Nachts habe ich den Chaca überrascht: Ich habe das Licht angestellt und
ihn dabei beobachtet, wie er im Pflanzengewirr im oberen Viertel seines Aquariums
saß. Offenbar ist er nicht ausschließlich an den Boden als einzigen
Aufenthaltsort gebunden.
11.10.
Der Chaca liegt quer an die Frontscheibe angelehnt und hat eine riesige Beule am
Bauch in Körpermitte - Schreck - dann sehe ich, dass nur noch einer der zwei
Segelkärpflinge im Becken umherschwimmt. Das Paar Segelkärpflinge schien
mir nicht in sein Beuteschema zu passen, da sie wirklich von ihren Ausmaßen
nicht in sein Maul passen würden - dachte ich bis heute! Er hat sich wirklich
das etwas kleinere Männchen geschnappt und hängt jetzt apathisch in einer
Ecke, unfähig sich zu bewegen.
Fünf Tage später ist das schon wieder alles vergessen. Ich quartiere den
Chaca um in ein anderes Becken und nehme ihn dazu in die Hand. Er läßt
sich das ohne Zappeleien gefallen, quengelt aber unwirsch vor sich hin :)
27.10.
Was soll ich sagen
- der Kleine hat das Wasser angesäuert! Von 7,5 auf 5,9 innerhalb eines halben
Monats seit Umsetzung in dieses Becken. Der Inhalt des Beckens: Sand, Filtermatte,
Wasser, Chaca.
26.12.
Zwei Monate habe ich ihn nicht mehr gesehen! Ich habe mir zunehmend Sorgen um sein Wohlbefinden gemacht,
zumal es nicht so aussieht, als ob er überhaupt etwas gefressen hat. Heute habe ich
mich dann dazu aufgerafft nachzusehen und damit zu rechnen, dass ich irgendwelche
verwesten Reste oder zumindest Knochen finden würde - nichts davon! Ich wühle und
wühle den Sand durch und habe ihn schließlich in der Hand, lebend und wohlgenährt
offensichtlich und er wühlt sich gleich wieder in seinen Sandboden.
16.2.
Heute ist er zum ersten mal seit langer Zeit frei herumgeschwommen - ziemlich unruhig, als suchte er irgendwas.
Nach einer Stunde verschwand er dann wieder unter der Erde. Er ist inzwischen ziemlich gewachsen.
1.9.
Der Chaca hat durch seine Goldfischfressorgien der letzten Tage das Wasser angesäuert: pH 5,1 -
25.10.
Er ist schon wieder etwas gewachsen. Heute gab es fünf kleine Goldfische. Ich werde in den nächsten Tagen mal
den pH-Wert kontrollieren um zu sehen, um diese Ansäuerung immer nach reichhaltigem Fraß passiert.
12.4.
Heute habe ich ihn mal wieder per Hand herausgenommen, um ihn in einem Fotobecken zu fotografieren. Er lies
das alles relativ ruhig über sich ergehen, meckerte nur die ganze Zeit während des Transports in der Hand
vor sich hin. Er ist gewachsen und hat sein Gewicht inzwischen bestimmt verdoppelt.
15.4.
Ich hatte ja schon hier und da gelesen, dass Chacas sich auch in Höhlen aufhalten sollen, u.a. auch zur Brutpflege -
na jedenfalls habe ich gestern dem Chaca eine großzügig dimensionierte Tonhöhle gesponsort und siehe da, gerade
habe ich ihn mit seinem "Schnäuzchen" vorn herauslugen gesehen.
22.5.
Nach über vier Wochen muss ich feststellen, dass der Chaca offenbar diese Höhle besser findet, als sich in den Sand
einzubuddeln. Was seine mir bisher bekannte Jagdtechnik betrifft ist das eigentlich erstaunlich, denn getarnt im Sand
ist er aus meiner Sicht der erfolgversprechendere Jäger. Seis drum - nachdem ich heute wieder mal vier kleinere Goldfische
in sein Becken gesetzt hatte dauerte es nicht lange, und seine Schnauze lugte vorne aus der Höhle.
5.8.
Vier Blaue Guramis (Trichogaster trichopterus) einer Nachzucht haben jetzt ein paar Monate im Chaca-Becken "gesessen",
ohne dass einer von ihnen gefressen wurde - ich habe sie gestern wieder abgegeben. Sollte es etwa so sein, dass einige
Fischarten imstande sind, der Chaca-Gefahr auf Dauer zu entgehen? Der Chaca hat auf jeden Fall Hunger gehabt - nach dem
Einsetzen der Guramis fing er bald an, nach ihnen zu schnappen.
Beide Fischarten stammen aus der gleichen Gegend der Welt - vielleicht haben Guramis gelernt, diesen Räubern auszuweichen.
Vielleicht liegt es auch daran, dass die Guramis erstmal alles mit ihren langen Bauchflossenstrahlen betasten, bevor sie
sich näher heranwagen und der Chaca schon zuschnappt, wenn die Spitzen dieser Flossen in die Nähe seines Mauls kommen -
das wäre für die Guramis vielleicht die Entfernung, die ihnen die Flucht ermöglicht.
Nach dem Entfernen der Guramis setzte ich fünf Endlers-Guppies in das Chaca-Becken - nicht als Futter, denn solche winzigen
Fischen haben ihn bisher nicht interessiert - und sofort hat er sich das größte Weibchen der Endlers geschnappt!
Ich schließe daraus, dass der Chaca Hunger gehabt hat und er mit Sicherheit liebend gerne einen der größeren Guramis
gefressen hätte - wenn er sie gekriegt hätte!
Am nächsten Tag nämlich habe ich ihm drei Goldfische seiner bevorzugten Größe besorgt und sofort waren zwei von ihnen
verschwunden!
Es gibt immer wieder mal Mitbewohner im Becken des Chaca, die ihm das Leben schwer machen und die ich
besser nicht dazugesetzt hätte:
Neulich hat er drei mir unbekannte Cichlidenjungfische in genau seiner Beutefischgröße ins Aquarium gekriegt und den einen
binnen fünf Minuten gefressen - soweit sogut - den Rest frisst er dann über Nacht, dachte ich. Pustekuchen! Er kam ein
paar Wochen nicht mehr aus seiner Höhle heraus, bis ich mir langsam Sorgen machen musste. Die zwei übriggebliebenen
Cichliden hatte ich inzwischen dick und fett gefüttert. Eines Tages schüttete ich den Chaca aus seiner Tonröhre und er
schwamm kurz (und unwirsch, wie immer) über den Sand und wurde dann sofort von seinem Futter angegriffen und an
verschiedenen Körperstellen gezwickt, worauf er zuckend und offenbar ängstlich reagierte und schnell versuchte, den
Höhleneingang zu finden und zu verschwinden.....
Die zwei Cichliden sitzen jetzt in ihrem eigenen Becken und kommen als Futter wohl nicht mehr in Frage!
Nach viereinhalb Jahren Chaca-Erfahrung habe ich, was das Räuber-Beute-Verhalten betrifft, folgende Beobachtung
gemacht:
Das "Futter" lernt durch das Zusammensein mit seinem (gut getarnten!) Fressfeind in einem bestimmten Raum,
sich auf diesen einzustellen und erfolgreich überleben zu können.
Immer wenn ich eine größere Anzahl Futterfische eingesetzt habe, als der Chaca bis zu seiner Sättigung frisst, haben
die übrigbleibenden Fische innerhalb des Zeitraums, in dem der Chaca verdaut, ausscheidet und wieder Interesse an
Beutefischen zeigt, gelernt, dass er eine Gefahrenquelle darstellt, die unbedingt gemieden werden muss.
Dieser Zeitraum erstreckt sich über ca. einen Monat und die Beutefische haben dann offenbar gelernt, dass der eigentlich
meistens unbeweglich daliegende und wie eine Wurzel oder ein Stein aussehende Brocken nicht aus den Augen verloren
werden darf.
Die Reaktionen auf diesen Lernprozess sind - wie inzwischen ebenfalls im Becken des Chaca festgestellt -
unterschiedliche:
Dem Gegner ausweichen oder ihn angreifen. Beide Strategien sind hier erfolgreich.
Unklar ist noch:
1. Der Zeitpunkt des Lernprozesses
- kriegen die potenziellen Beutefische mit, wenn/dass einer oder zwei von ihnen in seinem Maul verschwinden,
oder - falls sie das nicht mitkriegen - merken sie, dass ihre Anzahl geringer geworden ist?
2. Wieso erwischt der Chaca, wenn er mal nachts auf Jagd geht, nicht wenigstens manchmal einen schlafenden Beutefisch?
Bemerken die Futterfische die leiseste Bewegung des Chaca im Aquarium und sind dann wach und aufmerksam?
In der Natur sind die Räuber-Beute-Bedingungen andere:
Der Chaca liegt vermutlich meistens unbeweglich und unerkannt und erwischt dann vorbeischwimmende Beute. Die Lernsituation,
wie sie im Aquarium herrscht, ist dort nicht gegeben. Es kommt also offenbar darauf an, dass die Beute von außerhalb
in ein ihr unbekanntes Gebiet schwimmt und dabei in die Nähe des unerkannten und unbekannten Räubers kommt, der durch seine
Tarnung die zum erfolgreichen Überleben notwendige Menge Beutefische fangen kann.
Im Aquarium würde der Chaca bei nicht ständig neu angebotenen Futterfischen verhungern!
17.06.2006
Der Chaca lag fotogen entlang der Frontscheibe, da konnte ich ihn gleich mal per Zollstock vermessen:
Länge = 20 cm
Breite der Maulspalte = 6 cm.
September 2006
Der Chaca lebt in einem Aquarium mit einer ausreichend hohen Schicht Sandboden und einer langen Tonröhre, die
die doppelte Länge des Chaca hat und in die er vom Durchmesser her ganz bequem hineinpasst. Die letzten Monate
hat er fast nur in der Röhre verbracht und manchmal zeigte er seine Schnauze am Höhleneingang. Andere
Lebenszeichen waren nicht zu erkennen. Die letzten zwei Goldfische befinden sich nun schon seit Monaten mit
in dem Chaca-Becken und ich beginne mir Sorgen zu machen.......
Ich habe es nicht mehr ausgehalten und habe den Chaca aus seiner Höhle geschüttet - Schreck - er sah abgemagert
und gekrümmt aus, schwamm auch etwas unbeholfen, eigentlich war er nur noch Haut und Knochen.
Offenbar ist die Fütterung dieses Fisches nicht so einfach, wie es anfangs ausgesehen hatte. Selbst bei relativ engem
Kontakt zu zwei Beutefischen in maulgerechter Größe, die er ja zumindest nachts jagen könnte, ist die Gefahr des
Verhungerns gegeben.
Mein erster Eindruck war, dass der Chaca nicht mehr zu retten sei, was aber zum Glück nicht zutraf!
Ich nahm die Tonröhre sofort raus und setzte ein paar junge Schwertträger ins Becken und siehe da - am nächsten
Morgen fehlten drei von ihnen! Dieses Spielchen setzte ich bis heute fort und ich muss sagen, der Chaca erholt sich
langsam und zeigt schon fast wieder sein altes Aussehen. Beim Einsetzen mehrerer Schwertträger heute hat er sofort
zugeschnappt und gefressen.
Er ist also hungrig und nicht etwa ein Fressverweigerer wg. irgendeinem Unwohlsein oder einer Krankheit gewesen.
Ich hatte also die Bedeutung des Faktors Zufallsbeute weit unterschätzt.
Ein Beutefisch, der sich längere Zeit im gleichen Becken mit dem Chaca chaca aufgehalten
hat, ist kein Beutefisch mehr!
10.10.2006
Heute hat er fünf Futtergoldfische gekriegt und vier davon sofort gefressen. Er ist also über den Berg.
15.10.06
Der Chaca sitzt seit einer Woche übergangsweise in einem anderen Becken. Wenn an der Gewöhnungsthese etwas dran ist,
müsste ein Futterfisch aus dem ursprünglichen Chaca-Becken, wenn er jetzt ebenfalls zu dem ihm eigentlich "bekannten"
Feind umgesetzt würde, gefressen werden, weil er in eine unbekannte Umgebung gekommen ist und er hier alles zunächst
nicht kennt - es sei denn, er hat sich den Chaca gemerkt und erkennt ihn wieder.
Ich habe also einen "alten" Futterfisch ebenfalls zum Chaca in dessen neues Domizil umgesetzt - allerdings eine
Woche später!
Zur Zeit untersucht er noch die unbekannte Gegend. Der Chaca seinerseits zeigt aber aufgeregtes Jagdverhalten
(zitternde "Oberlippe") und wird versuchen, diese Beute zu kriegen.
Nichts da! Nach einer weiteren Woche schwimmt der vermeintliche Beutefisch immer noch unversehrt neben dem Chaca in
dessen Aquarium umher.
18.11.
Ich habe den oben genannten Beutefisch wieder mal versuchsweise in das Chaca-Becken gesetzt. Anfangs ist dieser Fisch
"verwirrt", weil er sich nicht so schnell an die neue Umgebung gewöhnen kann. Er schwimmt zur Orientierung in alle
Ecken und kommt auch in die Nähe des Chaca-Mauls. Leider dauert es aber eine ganze Weile, bis der Chaca merkt, dass
sich eine Veränderung in seinem Aquarium eingestellt hat. Diese Zeit reicht dem Beutefisch, die neue alte Umgebung
wiederzuerkennen und er vermeidet es dann sofort, jemals in Reichweite des Räubermauls zu kommen. Selbst wenn ich mit
zwei Käschern versuche, den Beutefisch in Richtung Räubermaul zu dirigieren, weicht er vor der Chaca-Schnauze jedes Mal
aus und nimmt dabei sogar in Kauf, dass er dabei in einen der beiden Käscher schwimmt! Dieses habe ich mehrmals gesehen.