Im folgenden moechte ich ein wenig ueber unseren Liposarcus pardalis oder auch Grossen Schilderwels berichten.
Im allgemeinen kann man ueber diese Welse sagen, dass sie recht gross werden, wie der deutsche Name auch schon zu erkennen gibt. D.h. im Klartext, dass die Welse bei ausreichender Fuetterung und geeignetem Aquarium durchaus eine Groesse von 50 cm erreichen koennen. Ein Aquarium mit ca. 700 bis 1000l ist also Pflicht. Und da ist auch meist schon die erste Huerde erreicht - der normale Heimaquarianer hat selten ein solches Becken und sollte deshalb auch unbedingt Abstand von diesen grossen Schilderwelsen (also z.B. Glyptoperichthys gibbiceps, Liposarcus pardalis usw.) nehmen. Die im Aquarienhandel angebotenen Jungtiere sind haeufig nur wenige cm lang - wachsen aber mit einem unglaublichen Tempo schnell ueber die 15cm Marke und weiter bis auf 45cm an - man muss sich unbedingt ueberlegen, ob man diese Tiere wirklich halten kann bzw. moechte.
Dass diese Welse in grosser Zahl in Aquarienhandlungen angeboten werden ist sehr traurig und zeigt, dass oft mehr Kommerz als Tierliebe im Spiel ist. Haeufig werden diese Tiere faelschlich als Glyptoperychthys gibbiceps, Hypostomus oder Plecostomus angeboten. Deshalb empfiehlt es sich, diese Angaben immer genau zu pruefen bevor man kauft - mir selber wurde ein Liposarcus pardalis als Glyptoperychthys gibbiceps verkauft!

Generell kommen diese Welse aus dem Amazonas Gebiet, wo sie so ziemlich alle Teile bevoelkern. Wie bei nahezu allen suedamerikanischen Fischen, handelt es sich hier um Weichwasserfische. Eine KH von 5 und niedriger ist wuenschenswert. Die Temperatur sollte in etwa 26 C Celsius sein, +/- 2 C . Der PH Wert darf durchaus in den saueren Bereich gehen - 6.5 bis 7.0 sind optimale Werte. Hier ist eine automatische CO2 Regelung sicher angebracht - aber nur bei entsprechend niedriger KH sinnvoll ! Ab und zu atmet der Liposarcus pardalis auch mal Luft. Dies ist voellig normal und deutet nicht unbedingt auf Sauerstoffmangel hin. Taucht er allerdings alle 10 - 30 min auf sollte man sich ueberlegen, wie man den Sauerstoffgehalt des Wassers erhoehen kann - dies sollte kein Dauerzustand sein !! Achtung ! Bei unzureichender Belueftung kann beim Betrachter schnell Atemnot entstehen, da der pardalis sehr heftig atmet :-)))

Ueber die Bepflanzung gibt es unterschiedliche Auffassungen. Die Einen sagen, der Wels vernichtet im Alter alle Pflanzen im Aquarium und ist deshalb nur in unbepflanzten Aquarien zu halten. Ich moechte dem widersprechen und eine andere Theorie aufstellen. Wird genuegend Gruenfutter gegeben, so laesst der Wels die Pflanzen in Ruhe. Unterstuetzen kann man das, indem man die recht bitteren Cryptocorynen als Pflanzen einsetzt. Guenstig sind in diesen Becken Anubias, Echinodorus und Cryptocorynen. Diese wachsen auch bei wenig Licht (wg. der Schwimmpflanzen) und sind eher hart bzw. bitter sodass der Wels diese im Normalfall nicht frisst. Die Tiere sind vordergruendig Pflanzenfresser. Man sollte alle 2 - 3 Tage 1/4 Gurke od. Zucchini im AQ bereitstellen. Hier hat es sich bewaehrt diese Stuecken mit einer _rostfreien_ (Werbung: WMF) Kuchengabel zu beschweren. Vorsicht ist bei Salat, Paprika und Aehnlichem geboten. Einerseits kann der Salat recht schnell vergammeln und wird zudem auch nicht so gern genommen wie z.B. Gurke. Andererseits hat bei mir der Paprika eine starke Truebung des Wassers hervorgerufen. Aber auch tierische Nahrung wird gern verzehrt, so z.B. die Kadaver kleiner Fische od. Mueckelarven. Ab und zu ein Wuerfel Mueckenlarven empfiehlt sich um eine ausgewogene Ernaehrung anzubieten.

Jedoch sollte man sich im Klaren sein, dass es ein recht massiger Fisch ist. Da kann es schon mal vorkommen, dass er eine Pflanze allein durch seine Schwimmbewegung aushebelt. Nicht nur deshalb empfiehlt sich Sandboden. Die Welse graben gerne naechtlich im Untergrund um Hoehlen auszuheben. Dies kann recht flott gehen und es lohnt sich auch nicht wirklich die Ausgrabungsstaetten wieder zu zuschuetten. Am nachsten Morgen sieht es sowieso wieder genau so aus. Also sollte man sich damit abfinden, dass der Wels das Becken so dekoriert wie er es gern hat - und wenn ich ehrlich sein soll ist das sowieso viel schoener als ein kuenstlich hergerichtetes Becken. Loecher von 8cm x 15cm in einer Nacht sind keine Seltenheit. Ein ganz wichtiger Punkt sind Wurzeln. Wie nahezu alle Schilderwelse benoetigt auch der Liposarcus pardalis _unbedingt_ Wurzeln. Das sollten Moorkienwurzeln sein die moeglichst eine Hoehle bilden. Dies ist deshalb so wichtig, weil der Wels den Aufwuchs und die Fasern der Wurzel frisst. Hat er diese nicht, so kann es zu sehr ernsten Problemen mit der Verdauung kommen !

Gute Stroemung beguenstigt das artgerechte Verhalten. Hier sollte man nicht kleckern sondern klotzen ! Es handelt sich um Amazonas Fische, die sehr gut an hohe Stroemungen angepasst sind (man beachte den stromlienienfoermigen Koerperbau). Je nach Becken solle eine zwischen 1000 bis 2000l foerdernde Stroemungspumpe zusaetzlich installiert werden.

Zur Filterung. Hier wird es erst richtig interessant. Die Filterung sollte so stark wie moeglich sein. Den Beckeninhalt in der Stunde 2 mal umwaelzen ist absolute Untergrenze, da der pardalis sehr stark kotet. Er "produziert" ca. 5 - 30 cm lange Wuerste mit einem Durchmesser von ca. 3 mm. Diese muessen nitrifiziert werden (und sollten zudem bei jedem Wasserwechsel mit abgesaugt werden). Ein normaler Topffilter hat sich bei mir als absolut unzureichend erwiesen. Es bleibt also nur ein Mattenfilter uebrig. Das ganze ueberrascht auch wenig, wenn man sich die Groesse des Fisches vor Augen haelt.

Die Beleuchtung ist bei diesen Fischen eher nebensaechlich. Im Gegenteil, es empfiehlt sich Schwimmpflanzen einzusetzen. Sind diese vorhanden, so traut der Liposarcus pardalis sich auch ab und zu am Tag aus seinem Versteck. Ansonsten ist er natuerlich stark nachtorientiert. Eine Mondlichtlampe ist eine gute Moeglichkeit den Fisch auch nachts zu betrachten.

Bei der Zucht wird es erst recht schwierig. Vereinzelt hoert man von Erfolgen in Becken mit 1000l oder mehr. Diese Welse sind Hoehlenbrueter. Die Hoehle wird vom Maennchen gegraben bzw. erweitert und das Weibchen legt seine Eier hinein. Diese werden dann vom Maennchen befruchtet und vermutlich auch bewacht. Ansonsten wird die Art in Asien in Teichen massenhaft gezuechtet und hier unter falschem Namen verkauft. Alles in allem kann man sagen, dass der Liposarcus pardalis ein toller Fisch ist. Er ist sehr anmutig und segelt sehr behende durch das Becken. Aber er eignet sich nur fuer Leute mit dem Willen ein sehr grosses Becken mit sehr guter Filterung bereitzustellen.

K. Naumann

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