Der Spatelwels gehört zur Familie der Pimelodidae. Der Name Spatelwels ist etwas irreführend, da es einige Welse dieser Familie unter diesen Namen gibt. Unter anderem den ziemlich bekannten Tigerspatelwels (Pseudoplatystoma fasciatum/tirgrinum/coruscans) oder der "Schönflossige" Spatelwels (Sorubimichthys planiceps) oder auch den seltenen, aber sehr schönen Zebra-Spatelwels (Merodontus tigrinus) Alle Welse der Familie Pimelodidae sind nur in Amerika heimisch. Ausserdem sind es alles Raubfische.

Allerding ist S.lima der wohl best geeignetste "Raubwels", für das heimische Aquarium. S.lima ist nicht besonders wählerisch, was das Futter betrifft, gewöhnt sich leicht an totes Futter wird meist in Gefangenschaft nicht allzu riesig, (im Durchschnitt in Gefangenschaft nicht größer als 40cm) Klein im Vergleich zu anderen Raubwelsen, wo die meisten Arten mindestens 60cm Größe erreichen.

Persönliche Erfahrungen:
Spatelwelse haben mich in meiner aquaristischen Laufbahn immer interessiert, war es früher nur das Bild im Mergus, welches mich träumen ließ, so war es vor 2 Jahren, mein erster Sorubim lima. Mit ca. 20cm einer meiner größten Fische. Stolze 59Euro mußte ich dafür bezahlen. Zu Hause kam, er erstmal in ein 200l Becken, alleine, beobachten abwarten, ob alles mit ihm in Ordnung ist. Nach 2 Wochen, stand er gut im Futter und fühlte sich in jenem kahlen Becken recht wohl. So konnte ich ihn endlich in mein 2m Becken setzen, es blieb nicht bei den einem Tier. Sorubim lima ist ein sehr sozialer Fisch, alleine gehalten, hätte ich nie solch interessante Dinge beobachten können, wie ich bis heute erleben durfte.

Ich habe mittlerweile 4 Limas, 25cm/20cm/18cm/14cm Die Tiere wachsen trotz starker Fütterung nicht sehr schnell. Gefüttert wird:
- gefrorener Stint
- große Regenwürmer
- Cichlidensticks
- Krill
- Fliegenmaden
- Mehlwürmer
- Futterfische (Orfen)

Alles wird ziemlich gierig gefressen, die Sticks werden sogar einzeln von der Oberfläche gepickt, nach dem Fressen, haben die Limas immer sehr ausgedehnte Bäuche. Wenn man lebende Futterfische verfüttert, kann man sehr gut die Lauerjägermanier beobachten, die Fische stürzen nicht hinter den Fischen her, sondern warten geduldig, bis einer sich zu nah an ihre Barteln traut, sobald diese etwas berühren, war es das für jede Art des Futters! Mein 25cm Lima, frißt Orfen bis etwa 6cm! Was bei einer Vergesellschaftung zu bedenken ist!

S.lima ist wie erwähnt ein sehr sozialer Fisch, in der Natur stehen die Tiere in kleinen Schwärmen senkrecht zwischen Wasserpflanzen, oder zwischen Wurzeln, sind durch ihre Färbung sehr gut getarnt und lauern dort auf kleine Fische, die ihren Barteln zu nahe kommen.
Meine Limas, stehen auch den ganzen Tag senkrecht an einer großen Holzwurzel oder an der Scheibe, friedlich nebeneinander. Doch erlischt die Erleuchtung, ist es vorbei mit der Ruhe, dann durchstreifen die Limas, das gesamte Becken auf der Suche nach Freßbarem. Da sie als nachtaktive Fische über ein sehr schlechtes Sehvermögen verfügen, kann es tagaktive Fische stören, in ihrer Ruhephase durch die Barteln gestört zu werden!

Besonderheiten:
S.lima, häutet sich in bestimmten Abständen. Besonders häufig nach dem Umsetzen. Dabei wird die äußere Hautschicht abgestoßen und gefressen. Leider konnte ich noch nicht 100% herausfinden, aus welchen Gründen dies geschieht. Zum einen besteht die Theorie, dass es sich um eine toxische Schicht handelt, da es ANGEBLICH Todesfälle in Bezug auf S.lima gegeben haben soll! Andererseits könnte dies auch nur eine natürliche Schleimschutzschicht sein, ähnlich wie bei der Schlei (Tinca Tinca). Andererseits könnte es auch mit dem Wachstum zusammenhängen.

Sozialgefüge:
Die meiste Zeit tagsüber stehen die Fische senkrecht im Wasser, beachten sich aber nicht groß, ab und an überkommt sie dann aber wieder eine "aktive" Phase, dann schwimmen zwei Fische parallel im Wasser und stoßen sich mit abgespreizten Flossen hin und her (-> balzende Cichliden), ob es sich hierbei um Kämpfe oder um Balzen handelt kann ich leider nicht beurteilen. Über die Vermehrung ist leider nichts bekannt, wobei es einen Fall geben soll, wo ein Paar S.lima ein Nest gebaut haben soll und auch abgelaicht hat, Junge wurden nie herangezogen! Wieviel man über diese Information sagen kann weiß ich allerdings auch nicht. S.lima sollte wie die meisten Pimelodiae nicht mit einem Netz gefangen werden, da sich an ihren Brustflossen kleine "Zähne" befinden, mit denen sie sich im Netz gnadenlos verheddern würden. So geschah es mir auch einmal, ich hatte ein Fisch zum vermessen herausgefangen, doch dieser verhedderte sich ziemlich hilflos im Netz, um ihn zu befreien, mußte ich ihn per Nagelschere freischneiden, leider blieb ein Stück Netz an seiner Flosse. Geschockt durch dieses Ereignis, lag er waagerecht (was sehr ungewöhnlich ist) im Becken, wenn er versuchte sich zu positionieren , driftete er immer zu der Seite mit dem Netz ab. Die anderen Limas, kamen immer wieder zu diesen Fisch geschwommen und "stubsten" ihn sogar an, woraufhin er einen neuen Versuch startete sich zu bewegen. Nach 24 Stunden hatte er sich an die neue "Gewichtsverteilung" gewöhnt und fing an sich zu häuten, nicht einmal, sondern täglich ungefähr 3-4x, nach einer Woche löste sich das Stück Netz von seiner Flosse.

Zur Haltung prinzipell:
S. lima mag tagsüber ein träger Fisch sein, doch ist er nachts ziemlich aktiv, gehen wir dann von einem 45cm Fisch aus, der nicht gern alleine ist, so kann man sich denken, dass ein Becken von 1m nicht ausreichen kann!
Ich würde 5-6 Limas in einem MINDESTENS 200x60x60cm Becken halten. Wobei mehr immer besser ist.
Nach Photos und Berichten anderer Aquarianer, sollen die Tiere ab ca. 30cm Die "waagerechte" Position einnehmen, mir ist darüber nichts bekannt, ich weiß aber, dass vielmals bei der Einrichtung solcher Becken auch keine Möglichkeiten geschaffen werden, wo die Tiere "senkrecht" stehen könnten.
Aquarianern, die über ein recht großes Aquarium verfügen, die sich für große Welse interessieren, sollten sich Gedanken darüber machen, ob es nicht schöner ist, eine kleine Gruppe, schöner aber nicht zu riesiger Fische zu haben, anstatt eines Riesens, der sich kaum bewegen kann! Ausserdem kann man bei S.lima immer noch die Chance haben, etwas mehr über die Vermehrung dieser Fische zu erfahren.

M.f.G. Dominik Niemeier

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