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Ja, ich gebe es zu, es sterben bei mir manchmal Fische, die in ihrer Heimat - hätte niemand sie gefangen - vermutlich noch am Leben wären.

Damit meine ich noch nicht mal den oben abgebildeten Chaetostoma sp. - der tauchte plötzlich morgens so auf, wie er auf dem Foto zu sehen ist (da lebte er noch!) und verstarb dann innerhalb der nächsten Stunde. Da war einfach nichts mehr zu machen. Plötzlicher Fischtod vielleicht, der auch im Ursprungsbiotop vorkommt? Das Becken in dem er gestorben ist, ist nach wie vor unverändert und die anderen zehn Chaetostoma leben, wachsen und vermehren sich.
Ich glaube, diese Art Fischtod kommt auch bei sorgfältigster Umgehensweise in Aquarien vor, wohl aber sehr selten.

Diese Art Fischtod meine ich auch nicht!

Ich meine den Tod von Fischen aufgrund meiner Unwissenheit.

Ich meine den Tod von Fischen, über deren Haltung bisher wenig bekannt ist, die ich mir aus Neugier anschaffe, deren optimale Haltung ich herauszufinden versuche und die trotz aller Bemühungen schließlich verhungern, weil ich es nicht geschafft habe, die richtige Umgehensweise für sie herauszufinden.

Noch schlimmer - ich werde durch einen solchen Fischtod nicht klüger! Ich schaffe mir früher oder später wieder Exemplare dieser Fischart an wenn ich denke, dass ich es diesmal schaffen könnte.

Mein erster Chaca chaca ist gestorben, weil ich vorübergehend einen Glyptoperichthys gibbiceps mit in seinem Becken hatte und mir nicht vorstellen konnte, dass da etwas gravierendes passieren könnte (beide hatten genug Platz und auch Ausweichmöglichkeiten). Der Chaca chaca ist dann daran gestorben, dass der Glyptoperichthys gibbiceps ihn angeraspelt hat und der Chaca chaca sich kaum gewehrt hat!
Inzwischen habe ich natürlich wieder einen Chaca chaca, der alleine sein Artbecken hat, nachdem ich anfangs zum Glück beobachten konnte (musste), dass er sogar von den normalen Ancistrus sp. angeraspelt werden würde.

Damit das außer mir keinem anderen mehr passieren muss, schreibe ich auf meinen beiden Homepages darüber.

Mein erster Versuch mit Farlowella ist ähnlich katastrophal geendet - sie sind schlicht verhungert nachdem ich überall von Algennahrung gelesen hatte und zu spät gemerkt hatte, dass sie auch fast alles andere fressen, Hauptsache die Fresskonkurrenz ist nicht zu zahlreich vertreten. Inzwischen ziehe ich Farlowella schon in der F3-Generation erfolgreich nach und keine von ihnen musste mehr sterben.

Ein besonders dramatisches Beispiel eines erfolglosen Haltungsversuches hatte ich mit Monocirrhus polyacanthus, dem Blattfisch, der mich immer schon fasziniert hatte und leider sozusagen "in meinen Armen" gestorben ist.

Trotz allem glaube ich, dass diese Umgehensweise mit relativ unbekannten Fischen wenn man sie denn seriös, also im Sinne des Tieres betreibt, nach wie vor gemacht werden sollte, ja muss! Wenn es dazu dient, Fische und ihre Lebensweise erfolgreich zu studieren und darüber zu berichten, wird man nicht immer gleich erfolgreich sein können, also werden Fische dafür sterben. Erfolgreich sein heißt für mich aber, dass zukünftige Halter dieser Fische ausreichend Informationen vorfinden werden, damit ihre Fische nicht mehr aus Unkenntnis ihrer Haltungsbedingungen sterben müssen.

Letztendlich geht es wohl um zwei philosophische Fragen:

1.Ist es wahr, dass Menschen nur das schützen, was sie kennen und lieben?

und

2.Ist es vertretbar, dass Menschen Tiere sterben lassen bei dem Versuch, allen anderen Menschen Kenntnisse über eben diese Tiere zu verschaffen, damit diese Tiere fortan nicht mehr sterben müssen?

Ich meine ja!

Es geht natürlich auch darum, unserem Hobby neue Arten zugänglich zu machen.

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